„Ich mach das jetzt!“

About me 


Triggerwarnung: Diät-Kultur, Fettphobie, psychische Krankheiten


Wenn mir jemand gesagt hätte, mein Leben wird sich komplett „nur“ durch Yoga ändern, ich hätte es nicht geglaubt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Kraft und Weisheit in dieser Praxis & Lebenseinstellung liegt. 

Aber der Reihe nach:
Seitdem ich denken kann, ist mein dicker Körper eine Projektionsfläche. Sei es durch Mobbing in der Schule, Beschimpfungen, Ekel oder mit gut gemeinten Ratschlägen, „diese Diät doch mal zu probieren um doch auch mal schlanker zu werden, damit ich mich endlich wohlfühlen kann“. Hinzu kamen Modefirmen die nur bis Größe 42 produzierten (und nur im Katalog Klamotten bestellt werden konnten), makellose Frauen im Fernsehen, GNTM, Abnehm-Produkte, eine Diät nach der Anderen und mein Teenager-Ich. 

Ich wollte um jeden Preis abnehmen. 


Wie oft habe ich verzweifelt geweint und meiner Mutter gesagt, ich schaffe es wieder nicht abzunehmen. Mit 12 startete ich mein erstes Abnehmprogramm. Es sollten noch unzählige folgen. Ich entwickelte letztendlich u.a. aus dem Frust des Scheiterns eine Essstörung („Binge Eating“ , "emotionales Essen"). Ich schämte mich für mein Essverhalten und begann, heimlich zu essen. Nachts, am Kühlschrank. 500 Gramm Nudeln mit Ketchup und Parmesan. Nicht aus Hunger, sondern aus Verzweiflung, Einsamkeit, nicht wissen, was eigentlich mein Problem war. Aus Scham wurde Wut und schlussendlich Selbsthass. 

Ich habe mich nicht mit meinem Körper identifiziert. 


Mein Körper und Ich waren keine Einheit. Er hat mich im Stich gelassen. Er hat nicht das getan, was ich so sehr gebraucht hätte. Er funktionierte nicht. Irgendwas war kaputt. Er ist zu viel. Nicht ich. Ich lehnte ihn ab. Mit den Jahren begann ich, ihn physisch zu verletzten, schluckte Tabletten, hatte depressive Episoden, habe keinen Sinn mehr in meinem Leben gesehen. Ich war, wenn ich mal ehrlich zu mir war, ein hoffnungsloser Mensch, der öfters ernsthaft aufgeben wollte und es auch versuchte. Überspielen konnte ich das gut. Ich habe mit der Zeit gelernt mich anzupassen. Meine soziale „Gute-Laune“ Maske hatte ich perfektioniert. Ich wollte gemocht werden. Stichwort: People Pleasing. Es allen Recht machen wollen, und sich damit komplett selbst vergessen und die Aufmerksamkeit von sich selbst weglenken. Hauptsache Harmonie. Auf Dauer geht das nicht gut. Ich verlor mich komplett.  

Vor ein paar Jahren meinte meine Mutter in ihrem bayrischen Akzent zu mir:“ Du, Sophal, ich geh ins Yoga. Magst mit?“ Ich dachte: Was soll’s, vielleicht nehme ich dadurch ja endlich ab. „Ja, ok, ich geh mit.“

Ich begann mit Yoga, um abzunehmen.


Was dann begann war wirklich unbeschreiblich. Es war subtil, schleichend, über Wochen, Monate, Jahre. Irgendwie ging es mir immer so gut nach Yoga. Nicht nur, weil ich mich körperlich betätigt hatte, da war noch was Anderes. Ich wusste aber lange nicht was. Ich begann 2-3 mal pro Woche Yoga zu praktizieren und es hat angefangen mir sehr gut zu gefallen. Ich fühlte mich lebendiger und „mehr da“. Wow. Was für ein schönes Gefühl. Ich will mehr! 

Mit 27 flog ich nach Portugal in ein Yoga Retreat. Ja, ich hatte Angst vor den ganzen schlanken Körpern auf die mein dicker Körper und ich treffen würden, aber das haben wir dann einfach durchgezogen. Dort habe ich mich das erste Mal mit meiner Umwelt, mit mir und meinem Körper verbunden gefühlt. Ein paar Tage später fühlte ich mich so selbstbewusst, ich probierte sogar surfen aus. Dieses wunderbare Einheits-Gefühl sollte sich verstärken. Als ich zurückflog dachte ich zum ersten Mal im Spaß zu mir selbst: „Yogalehrerin sein...das wär‘s doch.“ Ich habe den Gedanken dann schnell wieder verworfen, weil ich mir das damals selbst gar nicht vorstellen konnte. Eine DICKE Yogalehrerin. NE! 


Es sollten noch 3 Jahre vergehen, bis ich diesen Gedanken und letztendlich mich Ernst nahm. 


Mein letztes Angestelltenverhältnis endete abrupt Mitte 2019 und ich tat das, was ich immer tat, wenn ich nicht weiter wusste und Freiheit hatte. Ich reiste. Nach Afrika, nach Australien. Als ich zurückkam wusste ich, dass ich nicht mehr das gleiche beruflich machen werde, was ich die letzten 10 Jahre tat. Im Januar 2020 saß ich mit meiner Mutter in München in einem Café und erzählte ihr von meinem Wunsch nach etwas Anderem. Etwas „mit Sinn“. Etwas was mir entsprach. Etwas was wirklich „Ich“ bin. Nach langer Unterhaltung, Überlegung, Brainstorming (wir waren auch bei „Radiomoderatorin“ etc.) sagte sie plötzlich: 

„Du, weist was? Des mit der Yogalehrerin is no ned vom Tisch!“ 


Ich hatte ihr immer mal wieder in den letzten Jahren erzählt, dass ich gerne Yogalehrerin sein möchte, hatte mich bis zu diesem Zeitpunkt allerdings nie getraut. In. dem Moment war es anders. In diesem Moment wusste ich, dass sie Recht hatte und es mein Weg sein würde. Ich würde Yogalehrerin werden! Zwei Tage überlegte ich, obwohl ich meine Entscheidung schon kannte und meldete mich dann für die 200h Intensiv-Yogalehrerinnen-Ausbildung im Juni 2020 an der Ostsee an. Im Juli 2020 wurde ich offiziell ausgebildete Yogalehrerin. (Später im gleichen Jahr habe ich zusätzlich an einer Fortbildung zu "traumasensiblen Yoga" teilgenommen.)

Seitdem wurde der Turbogang in meinem Leben eingelegt.


Im Sommer 2020 habe ich angefangen, meinen Instagram Account @sophies_safespace „ernsthaft“ zu betreiben, eine tolle Community geschaffen, bei der Selbstakzeptanz Kampagne von Sophia Langner mitgemacht, die wunderbare Charlotte Kuhrt kennengelernt, die inzwischen zu einer unglaublich tollen Freundin geworden ist, bei der Yoga Summer School von Mirijam Lorch einen Vortrag gehalten, beim Yoga Journal Germany ein Interview gegeben und ich war Gast bei verschiedenen Podcasts. Ich habe mein „Pop Up Yoga“ in München und Berlin unterrichtet, bin von meiner Heimatstadt München (wieder) in meine Wunschstadt Berlin gezogen und habe die Idee und das Konzept von Sophie‘s Safe Space beworben, weiterentwickelt und verbreitet. 

Und jetzt? 

 Ich bin endlich auf MEINEM Weg. Ich habe nach 30 Jahren verstanden, wer ich bin und warum ich hier bin. 

Ich bin hier, um Yoga konstant zu praktizieren und es zu unterrichten. 


Ich habe erfahren, was für eine Kraft und u.a. Heilung in dieser Praxis steckt und möchte diese Erfahrungen und Energie als Yogalehrerin unbedingt weitergeben. Vor allem wollte ich jedoch einen Raum erschaffen, indem man sich einfach nur selbst begegnen kann. Ohne externe Einflüsse. Wir alle brauchen das. Ganz dringend.

Ich verspreche nach Bestem Wissen und Gewissen Yoga zu lehren und meine Energie positiv einzusetzen. 

Love,
Sophie

Übrigens: Das Gefühl, dass ich immer nach Yoga hatte war „Harmonie“ Eine innere Harmonie mit mir. Einheit. Innerer Frieden. Endlich. Das war doch eigentlich das was ich immer wollte.
🤍


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